Energieautarke Gemeinde - geht das?
Zur Einführung in die gemeinsame Veranstaltung des AK Innen und Kommunales und des AK Umwelt der BayernSPD-Landtagsfraktion skizzierte Ludwig Wörner die Ausgangssitzuation: "Aus der Region - Für die Region" sei nicht nur ein Prinzip für Lebensmittel, sondern könne auch auf die Energieversorgung überetragen werden. Die Staatsregierung halte sich bei entsprechenden Fördermitteln leider wie immer vornehm zurück und warte auf Förderprogramme des Bundes. Die starke Position Bayerns bei regenerativen Energien sei weitgehend auf die Investitionen der Vorväter in die Wasserkraft zurückzuführen. Heute weigere sich die Staatsregierung immer noch, die Bohrrisiken der Kommunen bei der Geothermie-Erkundung stärker mit Landesmitteln abzusichern, obwohl Südbayern "auf der Wärmflasche sitzt" und damit erhebliche Beiträge zu einem Ausbau des regenerativen Anteils geleistet werden könnten.
Parl. Staatssekretärin Ingrid Klug stellte heraus, daß der Ausbau der regenerativen Energien nicht nur ein Thema des Klimaschutzes sei, sondern auch ein Thema regionaler Wertschöpfung. Maßnahmen zum Klimaschutz könnten sehr gut als Konjunkturmotor wirken. Bereits 2007 waren die regenerativen Energien für 250000 Arbeitsplätze gut. Das Erneuerbare Energien Gesetz mit seiner Einspeisevergütung habe die Grundlage dafür gelegt und sei inzwischen durch eine ganze Reihe weiterer Fördermaßnahmen ausgebaut worden.
Bürgermeister Bernhard Deutsch aus dem Bezirk Güssing im Bürgenland, Österreich, schilderte eindrucksvoll, wie die Stadt Güssing in den vergangenen 20 Jahren zur energieautarken Gemeinde umgebaut wurde und dabei gleichzeitig mit 50 Betriebsansiedlungen 1500 neue Arbeitsplätze schaffen konnte, sowie statt eines Geldabflusses von 6,2 Mio € für extern erzeugte Energie im Jahre 1991 heute eine regionale Wertschöpfung von 13 Mio € erzielt.
Dr. Peter Moser berichtete schließlich aus der Forschung- und Beratungstätigkeit des Kompetenznetzwerks deENet an der Universität Kassel. Das Projekt unterstützt Kommunen und Regionen, die sich der Energieautarkie verschrieben haben.
Präsentationen & Links
- "Konjunkturmotor kommunaler Klimaschutz" Parl.Staatssekr. Astrid Klug (PDF, 1,4 MB)
- "Energieautarker Bezirk Güssing" Bürgermeister Bernhard Deutsch (PDF, 2,1 MB)
- "100% sind drin. Ergebnisse aus dem Projekt EE Regionen" Dr. Peter Moser (PDF, 4 MB)
- Geothermie Unterhaching (PDF, 628,3 kB)
- Servicestelle Kommunaler Klimaschutz beim difu
Projekträger der Nationalen Klimaschutzinitiative
Forschungszenrtum Jülich
- Bundeswettbewerb Energieeffiziente Stadtbeleuchtung
- ZEM - Zero Emission Mobility
- Aktionsprogramm für Mobilitätsmanagement
